
Stress ist ein Symptomkomplex, der sowohl den psychischen als auch den physischen Zustand umfasst. Unter Stress verstehen wir Druck, Belastung, Zwang, aber auch Bedrohung. Stress wird besonders dann empfunden, wenn es keine Möglichkeit zur evolutionsbiologisch vorgesehenen Kampf- oder Fluchtreaktion gibt, sondern man sich dem stress-erzeugenden Zustand hilflos ausgeliefert sieht.
Was ist es, das uns an die Grenze unserer Belastbarkeit bringt, uns so stark unter Druck setzt? An die erste Stelle ist dabei – als innere pathogene Faktoren – unsere Lebensweise (Arbeit, Familie, Geld…) zu nennen. Immer höhere Anforderungen in der Arbeitswelt, immer schnellere Abwicklung von Aufgaben, und Multitasking, wo immer wir uns befinden. An zweiter Stelle stehen äußere pathogene Faktoren auf der Liste, wie zum Beispiel Umweltverschmutzung, Ernährung – oder in extrem Fällen: Hungersnöte, Naturkatastrophen, Reaktorunfälle. In der westlichen Psychologie spricht man dabei von subjektiven und objektiven Stressoren.




In der chinesischen Medizin hört man oft den Begriff „Shen“. Mit Shen ist die individuelle, psychisch-mentale und körperliche Präsenz des Menschen gemeint. Wir alle kennen Menschen mit beeindruckender Ausstrahlung oder andere, die man als „Mauerblümchen“ kaum wahrnimmt. Ein Mensch mit einem gesunden Shen hat einen klaren Verstand, einen klaren Blick, eine aufrechte innere und äußere Haltung sowie eine kräftige Stimme, Körper und Psyche sind gesund, stabil und kräftig.