
Stress ist ein Symptomkomplex, der sowohl den psychischen als auch den physischen Zustand umfasst. Unter Stress verstehen wir Druck, Belastung, Zwang, aber auch Bedrohung. Stress wird besonders dann empfunden, wenn es keine Möglichkeit zur evolutionsbiologisch vorgesehenen Kampf- oder Fluchtreaktion gibt, sondern man sich dem stress-erzeugenden Zustand hilflos ausgeliefert sieht.
Was ist es, das uns an die Grenze unserer Belastbarkeit bringt, uns so stark unter Druck setzt? An die erste Stelle ist dabei – als innere pathogene Faktoren – unsere Lebensweise (Arbeit, Familie, Geld…) zu nennen. Immer höhere Anforderungen in der Arbeitswelt, immer schnellere Abwicklung von Aufgaben, und Multitasking, wo immer wir uns befinden. An zweiter Stelle stehen äußere pathogene Faktoren auf der Liste, wie zum Beispiel Umweltverschmutzung, Ernährung – oder in extrem Fällen: Hungersnöte, Naturkatastrophen, Reaktorunfälle. In der westlichen Psychologie spricht man dabei von subjektiven und objektiven Stressoren.
Als weitere Faktoren müssen auch die genetische Disposition sowie alle in der Kindheit erworbenen emotionalen Verletzungen bzw. Sozialisation gesehen werden.
Der Druck, dem wir uns ausgesetzt sehen und das, was wir wirklich wollen, steht sehr oft nicht im Einklang. Unsere Kollegen oder Freunde bringen uns vielleicht dazu etwas zu tun, was wir nicht wollen. Dadurch entsteht ein Druck von außen – wenn man sich dem nicht widersetzen kann, kommt es obendrein zu einem Druck von innen. Die Stimmung ändert sich und je stärker ich unter Druck gerate, oder je öfter von mir Dinge verlangt werden, die ich nicht tun will oder die meiner Auffassung zuwider laufen, desto verbissener, aggressiver oder trauriger werde ich.
Um sich gegen Stress, dem man nicht entgehen oder ausweichen kann, zu wappnen, ist als eine Art Prophylaxe MBSR zu nennen. MBSR steht für Mindfulness Based Stress Reduction, zu deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit, und es empfiehlt sich, sich ihr zu widmen, bevor man in eine sehr stressende Situation gerät. MBSR ist eher als (Meditations-) Training für zu erwartende Tiefen des Lebens zu verstehen, eine Vorbereitung auf Herausforderungen. Steckt man in einer Situation voller Angst, Trauer, Verzweiflung, Wut o.ä. fällt es häufig schwer, den typischen MBSR-Achtwochenkurs zu absolvieren.
Denn dieser ist ja bewusst als ein zweimonatiges intensives Basistraining gedacht. Sollte das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein und verzweifelt im Wasser strampeln, hilft es wenig, ihm einen Schwimmkurs anzubieten – sondern ein rettendes Seil. Das könnte im tatsächlichen Fall Hypno-, Verhaltens– oder IFS-Therapie sein – eingesetzt als Rettungsring in Notsituationen.
Besonders mit Hilfe der Hypnose kann man aus emotionalen Spitzen-Belastungen relativ schnell Druck herausnehmen – und wenn der Patient ein wenig sicheren Boden unter den Füßen gewonnen hat, kann man ihm helfen, die weiteren Schritte in der herausfordernden Situation zu gehen.
Entdecke mehr von Naturheilpraxis Beate Bechmann
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.