
Es gibt keine Krankheit, die nicht auch eine psychische Komponente aufweist. Ohnehin gehen wir ja in der chinesischen Medizin davon aus, dass Körper, Seele und Geist eine untrennbare Einheit sind und diese Aufteilung eine künstliche ist.
In den vergangenen Jahren ist der Begriff “Burn-out” modern geworden, der vor allem verschiedene Begriffe und Zustände bündelt: Nervenschwäche (Neurasthenie), Überforderungssyndrom, Erschöpfungsdepression u.a… Dagegen hilft außer Atem- und Achtsamkeitsübungen auch Hypnose bzw. Hypnotherapie, die man durchaus als eine Form mentalen Coachings verstehen kann.
Die Neurasthenie wird übrigens seit 1880 thematisiert, Sigmund Freud und seine Schüler etwa beschäftigten sich damit. So finden sich in der älteren Literatur zwei soziale Gruppen von Neurasthenikern: verwöhnte und verweichlichte Menschen der Oberschicht (Thomas Mann und Stefan Zweig haben diese literarisch beschrieben), sowie abgearbeitete Dienstboten, Tagelöhner, Kleinbauern und andere „Hungerleider“.
Heutzutage geht es indes vielmehr um mentale Überanstrengung. Neurastheniker reagieren überempfindlich und ermüden rasch, Alltagsanforderungen werden schnell als Überforderungen erfahren. Diese Patienten fühlen sich körperlich krank und elend.
Aggression und Verzagtheit
Kein Wunder, ist doch das Zusammenspiel zwischen zentralem und vegetativem Nervensystem gestört, und das mit Folgen: “Vegetative Dystonie” (Nervensystem), “Gefäßneurose” (Herz-Kreislaufsystem) und “nervöse Dyspepsie” (Verdauungssystem) lauten die (schul-)medizinischen Diagnosen. Auf der seelischen Seite kommt es zu Hypochondrie, Hysterie, Zwangs- und Angststörungen bis hin zu Panikattacken – aggressives Verhalten und große Verzagtheit können sich dabei durchaus abwechseln.
Atem- und Achtsamkeitsübungen, Meditation, Feldenkrais oder Yoga sind gute Methoden, um von sich auch etwas gegen erworbene oder vererbte Nervenschwäche zu tun. Wirksam ist auch Hypnose bzw. Hypnotherapie. Sie öffnen das Tor zum – unbewussten – Speicherbewusstsein des Menschen, wodurch sich Kräfte für verschiedene Aspekte des Lebens freisetzen lassen. Die wissenschaftliche Forschung in den vergangenen Jahrzehnten hat die Wirksamkeit der Hypnose in Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie anerkannt.
Hypnose zur Selbst-Heilung
In einer Hypnose-Sitzung wird ein Trance-Zustand bewusst herbeigeführt, in dem die rechte Gehirnhälfte aktiviert wird. In einer geführten Trance treten die relevanten Erlebniswelten eines Menschen zutage, die positiv verändert werden können. Weder Vergangenes (Belastetes) und Zukünftiges (Befürchtetes) ist in diesem Zustand gegenwärtig; kreative, heilende und befreiende Lösungen können entstehen.
Hypnose ist nicht gegen den Willen des Behandelten möglich! Es gibt keinen Verlust der Kontrolle über sich selbst. Moderne Hypnose ist vielmehr eine erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit, die sich nach innen richtet und dort gehalten wird. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, den Patienten zu unterstützen, so dass dieses sich selbst heilen und seine Probleme lösen kann.
Und so eignet sich die Hypnose nicht nur spezifische psychosomatische Krankheitsbilder, sondern auch zur prophylaktischen Stressbewältigung wie für Ziele persönlicher Selbstentwicklung – als eine Art mentalen Coachings.
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