Mit Achtsamkeit gegen jede Form von Stress

Stress und wie man damit umgeht – da hilft im Alltag in Beruf und Familie Achtsamkeit in Form des MBSR-Programms.

Stress ist ursprünglich ein Begriff aus der Werkstoffkunde und wurde später in die Psychologie übernommen. Stress im Job oder Verlust des Arbeitsplatzes, Beziehung gescheitert oder Ärger mit dem Nachwuchs, eine lebensbedrohliche Krankheit – das  kann jede und jeden treffen. Manche Menschen zerbrechen an Schicksalsschlägen, werden drogen-, alkohol- oder medikamentenabhängig, verfallen in Burn-out und Depression. Andere haben stärkere Ressourcen, um Krisen zu überstehen: Diese innere Widerstandskraft nennt man in der Psychologie „Resilienz“ – und sie ist ebenso wie physische Fitness trainierbar.

Das Wort „Resilienz“ stammt wie „Stress“ aus der Werkstoffkunde. Resilient ist, was sich unter einer Belastung zwar verformt, aber nach dieser Belastung seine ursprüngliche Form wieder annimmt. Im Kontext asiatischer Philosophie kann man den Bambus als resilient bezeichnen – er ist sowohl hart wie biegsam und er biegt sich im Sturm, bricht aber nicht.

Eine hohere Resilienz bei Menschen bedeutet analog zum Bambus eigentlich ein starkes inneres Immunsystem – manchmal schwächelt der Organismus unterm dem Ansturm feindlicher Eindringlinge, aber er kommt wieder auf die Beine und zeigt sich letztlich gestärkt. Die eigene Resilienz zu fördern, hat also etwas mit präventivem Training zu tun, gerade bei Depression und „Burn-Out“: Man sollte die Ressourcenstärkung schon und gerade bei leichten Beschwerden vornehmen, um damit der Verschlimmerung vorzubeugen.

Weiterlesen

MBSR: „Der Kurs hat mein Leben verändert!“

Oliver Bechmann und MBSR-Begründer Jon Kabat-Zinn

Das Weltwirtschaftsforum in Davos ist eine Elite-Veranstaltung von Managern & Politikern, Wirtschafts- & Staatenlenkern, und auch von Vordenkern und Visionären. Also solcher muss auch Jon Kabat-Zinn gelten, denn vor mehr als 30 Jahren kam er auf die Idee, buddhistische Meditations- und Heilmethoden aus ihrem religiösen Kontext zu befreien und der säkularen, diesseitig orientierten Welt zugänglich zu machen.

Zu Beginn der “Stress Reduction Clinic” an der Medical School der University of Massachusetts  fragte des MIT-Forscher Kabat-Zinn – von Haus aus Molekularbiologe – seine ärztlichen Kollegen der verschiedenen Fachbereiche, was eigentlich mit all den Patienten geschehe, die an einer schweren Erkrankung litten, die aber als unheilbar oder “geheilt” mit chronischen Schmerzen entlassen wurden. Nichts, lautete die Antwort. Sie würden mit ihrem Zustand, an dem sich nichts mehr ändern werde, allein gelassen.

Weiterlesen