Was ist Qigong? [Teil II]

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Um Qigong bzw. die chinesische Medizin zu verstehen, muss man sich ein wenig mit den Grundlagen des Daoismus vertraut machen – viele Leute kennen ja Begriff und Symbol von Yin & Yang, die man am besten jenseits esoterischen Mumpitzes als Kraftfelder verstehen kann, die keineswegs Gegensätze darstellen, sondern Spannungspole eines Energiepotenzials, durch deren Wechsel Leben entsteht.

Das Dao gilt in diesem Kontext als Urkraft des Universums. Es wirkt nicht durch starre Gesetze, sondern durch permanente Wandlung und Veränderung in den Zyklen der Jahreszeiten Tag und Nacht, Leben und Tod, dem Auf und Ab der Herzschläge, dem Ein und Aus des Atems, der Plus- und Minus-Pole in der Elektrizität (Hallo Autofahrer: Ihr habt so ein Yin- & Yang-Ding mit fließender Energie an Bord eures Kraftfahrzeuges!). Man sieht: Gar nicht esoterisch abgefahren, sondern durchaus im Einklang mit westlich-rationaler Wissenschaft.

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Was ist Qigong? [Teil I]

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Die chinesische Medizin besteht nicht nur aus der Akupunktur, sondern auch aus vier weiteren Pfeilern: Der Tui-Na-Massage, der Kräuter-Heilkunde, der 5-Elemente-Ernährung und dem Qigong. Als umfassendes, prophylaktisch verstandenes System dient es der proaktiven Pflege von Gesundheit und Vitalität; Krankheit entsteht in diesem Kontext erst dadurch, dass man seine Gesundheit nicht ausreichend gepflegt, sogar eine Reihe von Fehlern in der Lebensführung begangen hat.

Qigong kann man als eine Sammlung von Methoden zu Konzentration, Geistlenkung, Sensibilisierung und Energiesteigerung verstehen. Es steht als Übung für sich alleine, historisch betrachtet hat es sich im Kontext der altchinesischen Kampfkünste entwickelt. Und wohlverstandene Kampfkünste sind seit jeher Lebenskünste, um mit Schwierigkeiten aller Art umgehen zu lernen – heutzutage, in Zeiten, in denen das Wort „Resilienz“ in aller Munde ist, um den Herausforderungen der Polykrise begegnen zu können, zeigt sich die Wahrheit dieses Satzes.

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Achtsamkeit erklärt – in zehn Minuten

Mehr muss man eigentlich nicht sagen: In diesem zehnminütigen Video erklärt Andi Puddycombe, ein früherer Mönch, Achtsamkeit und Meditation mit Hilfe von drei Jonglierbällen (in englischer Sprache):

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Grundhaltungen der Achtsamkeitspraxis leben

MBSR-Evaluation
MBSR-Evaluation

Achtsamkeit nach dem MBSR-Programm ist ein seit 30 Jahren erprobtes und wissenschaftlich evaluiertes Verfahren, mit dem unvermeidlichen Stress und Schmerz im Leben besser umgehen zu lernen. Entwickelt wurde das „Mindfulness-Based-Stress-Reduction“-Training von Jon Kabat-Zinn, einem Verhaltensmediziner und Molekularbiologen. Das Verfahren vereint Ansätze aus Hirnforschung und Neurowissenschaft, Psychologie und Pädagogik genauso wie traditionelle meditative und kontemplative Techniken aus verschiedenen Kulturkreisen.

In Achtwochenkursen lernen die Teilnehmer mit Hilfe eines straffen Curriculums, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Aus der Exoten-Ecke ist MBSR längst herausgetreten. Schon lange üben etwa in den USA Mitarbeiter von Firmen wie Google und Apple sich in den Elementen des Programms. Nach den acht Wochen klagen viele Teilnehmer weniger über psychosomatische Symptome; selbst sehr kranke Menschen können mit MBSR lernen, wieder neue Kraft zu schöpfen.

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Mit Achtsamkeit gegen jede Form von Stress

Stress und wie man damit umgeht – da hilft im Alltag in Beruf und Familie Achtsamkeit in Form des MBSR-Programms.

Stress ist ursprünglich ein Begriff aus der Werkstoffkunde und wurde später in die Psychologie übernommen. Stress im Job oder Verlust des Arbeitsplatzes, Beziehung gescheitert oder Ärger mit dem Nachwuchs, eine lebensbedrohliche Krankheit – das  kann jede und jeden treffen. Manche Menschen zerbrechen an Schicksalsschlägen, werden drogen-, alkohol- oder medikamentenabhängig, verfallen in Burn-out und Depression. Andere haben stärkere Ressourcen, um Krisen zu überstehen: Diese innere Widerstandskraft nennt man in der Psychologie „Resilienz“ – und sie ist ebenso wie physische Fitness trainierbar.

Das Wort „Resilienz“ stammt wie „Stress“ aus der Werkstoffkunde. Resilient ist, was sich unter einer Belastung zwar verformt, aber nach dieser Belastung seine ursprüngliche Form wieder annimmt. Im Kontext asiatischer Philosophie kann man den Bambus als resilient bezeichnen – er ist sowohl hart wie biegsam und er biegt sich im Sturm, bricht aber nicht.

Eine hohere Resilienz bei Menschen bedeutet analog zum Bambus eigentlich ein starkes inneres Immunsystem – manchmal schwächelt der Organismus unterm dem Ansturm feindlicher Eindringlinge, aber er kommt wieder auf die Beine und zeigt sich letztlich gestärkt. Die eigene Resilienz zu fördern, hat also etwas mit präventivem Training zu tun, gerade bei Depression und „Burn-Out“: Man sollte die Ressourcenstärkung schon und gerade bei leichten Beschwerden vornehmen, um damit der Verschlimmerung vorzubeugen.

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