
Qigong gibt es – grob eingeteilt – als pragmatischen Ansatz (in puncto Gesundheit/Krankheit & Alter/Lebensverlängerung; auch Persönlichkeitsentwicklung oder Zufriedenheit) und als religiös-spirituellen-philosophischen (zwecks Erleuchtung/Erweckung im buddhistisch/daostischen Sinne). Letzteres ist sehr meditativ ausgerichtet; aber dabei geht es auch um den ewigen Konflikt zwischen dem, was wir tun sollten und dem, was wir tatsächlich tun. Wozu einen das Gefühl hinreißt (Schokolade etwa) und dem, was der Verstand, die Vernunft sagt. In diesem Zwiespalt begehen wir Fehler im Verhalten, in der Bewegung und der Körperhaltung, in Ernährung und Atmung.
Nach daoistischer und buddhistischer Auffassung kennt der Mensch sieben wesentliche Emotionen: Freude, Ärger, Sorge, Angst, Liebe, Hass und Lust. Sechs Begierden korrespondieren mit sechs Ursprüngen: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper, und Geist. Begierden führen zu Ungleichgewicht, deswegen soll Selbstkontrolle die Emotionen im Gleichgewicht halten. Gefühle sollen man nicht unterdrücken, wohl aber im Griff haben (in der westlichen Psychologie fällt das unter Emotionsregulation). So entsteht geistig-seelische-körperliche Ausgeglichenheit.


