Was ist Qigong? [Teil IV]

sportive woman stretching body in summer park

Qigong gibt es – grob eingeteilt – als pragmatischen Ansatz (in puncto Gesundheit/Krankheit & Alter/Lebensverlängerung; auch Persönlichkeitsentwicklung oder Zufriedenheit) und als religiös-spirituellen-philosophischen (zwecks Erleuchtung/Erweckung im buddhistisch/daostischen Sinne). Letzteres ist sehr meditativ ausgerichtet; aber dabei geht es auch um den ewigen Konflikt zwischen dem, was wir tun sollten und dem, was wir tatsächlich tun. Wozu einen das Gefühl hinreißt (Schokolade etwa) und dem, was der Verstand, die Vernunft sagt. In diesem Zwiespalt begehen wir Fehler im Verhalten, in der Bewegung und der Körperhaltung, in Ernährung und Atmung.

Nach daoistischer und buddhistischer Auffassung kennt der Mensch sieben wesentliche Emotionen: Freude, Ärger, Sorge, Angst, Liebe, Hass und Lust. Sechs Begierden korrespondieren mit sechs Ursprüngen: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper, und Geist. Begierden führen zu Ungleichgewicht, deswegen soll Selbstkontrolle die Emotionen im Gleichgewicht halten. Gefühle sollen man nicht unterdrücken, wohl aber im Griff haben (in der westlichen Psychologie fällt das unter Emotionsregulation). So entsteht geistig-seelische-körperliche Ausgeglichenheit.

Da Menschen generell um ihr artspezifisches Potenzial zur Aggression wissen, haben sie seit Uhrzeiten nach Mechanismen gesucht, die sie mental und moralisch unterstützen und Orientierung bieten: So entstanden Religionen, die den Menschen Wege aufzeigen, mit sich und ihren Ängsten klar zu kommen: Gebete, Rituale, Meditationen, Regeln etc.

Auch Qigong kann man als ein solches System verstehen, mit herausfordernden Emotionen umzugehen. Es kommt freilich ohne den Glauben an einen oder mehrere Götter aus, sondern ist pure Selbstübung (eben daoistischer Herkunft) – die im religiösen Erweckungssinne den „Vollprofis“ vorbehalten bleibt, also Mönchen und Meisterschülern.

Das philosophische Qigong dagegen entspringt zwar dem religiösen, stutzt dieses aber darauf zurück, über die körperliche Übung den Geist zu formen und über die mentale Übung den Körper. Das Gleichgewicht von Gefühlen & Gedanken wird angestrebt, die Übenden streben einen Zustand ohne Gedanken-Flut an. Kontrolle und Lenkung des Qi sind wichtig, die Harmonie von Geist, Körper und Atem ergibt einen starken Qi-Fluss.

Was ist Qigong? [Teil I]

Was ist Qigong? [Teil II]

Was ist Qigong? [Teil III]

Fortsetzung folgt…


Entdecke mehr von Naturheilpraxis Beate Bechmann

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Naturheilpraxis Beate Bechmann
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.