
Qigong zu üben wirkt sich geistig (Intuition), seelisch (Emotionsregulation), intellektuell (Konzentration, Denkfähigkeit), energetisch (Krankheitsprophylaxe) und körperlich (Kräftigung des Bewegungsapparates) aus.
Die Idee dabei ist, dass die äußeren Bewegungsabläufe die inneren Bewegungen dazu anregen, in ihrem ursprünglichen Rhythmus abzulaufen. In „Unordnung“ geratene körperliche, geistige und energetische Vorgänge können dem natürlichen Rhythmus angeglichen werden.
Das Qi folgt inneren wie äußeren natürlichen Bewegungen und wird von seelischen und körperlichen Lebenshaltungen gestört, die nicht konform mit den Prinzipien des Dao sind. Daher ist es wichtig, wie man übt: Wie die Techniken ausgeführt werden, welches ihr Übungsinhalt ist und wozu sie geübt werden, ist entscheidend für die Verwirklichung ihrer Inhalte.
Qigong ist die Musik des Körpers
Tiere atmen, bewegen und verhalten sich instinktiv richtig – und so kam man in alten China auf die Idee, Tierbewegungen nachzuahmen. So entstanden die Tierstile, die u.a. im Zuge von Wushu-/Kung Fu-Kampfkunst bekannt wurden. Und Qigong war keineswegs nur langsames, zeitlupenhaftes Bewegen: Im bekannten Shaolin-Kloster wurden Muskelkraft-Übungen entwickelt, daraus leiteten sich die acht Brokatübungen ab.
Folglich gibt es unter dem Oberbegriff Qigong (eigentlich ein neuzeitlicher Begriff) eine große Vielfalt sehr unterschiedlicher Bewegungs- und Meditations-Übungen, – stile und -ansätze. Dabei geht es aber immer darum, langsam, stetig, leise und bescheiden die Techniken zu pflegen – auch hier gilt: weniger ist mehr. Man muss mit den Formen wachsen – lieber einige gut verstanden haben und praktizieren als immer neue oberflächlich zu konsumieren. Qigong ähnelt Musik – Gehör, Gefühl und Gespür für Musik entwickelt sich auch langsam in stetiger Übung.
Fortsetzung folgt…
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