
Egal ob Otto Normalverbraucher, Top-Manager oder Spitzensportler: Das Burn-out-Syndrom kann jeden treffen. Publik wird es besonders dann, wenn es Prominente trifft: Skisprung-Star Sven Hannawald etwa, oder die einst jüngste Professorin Deutschlands, Miriam Meckel, die frühere Lebensgefährtin von Anne Will. Sie hat beispielsweise ihre Leidensgeschichte in dem Buch. „Brief an mein Leben“ verarbeitet.
Burn-out ist aber keine Prominentenkrankheit, sondern ein Massenphänomen. Die Schätzungen über den Umfang gehen auseinander – manche sehen jeden vierten Berufstätigen in Deutschland betroffen. Von jedem Neuntem sprechen die Betriebskrankenkassen. Verbunden damit ist das Absinken der eigenen Leistungskurve durch Stress oder Arbeitssucht. Vor allem Personen mit anspruchsvollen Berufen sind davon betroffen.
Jeder ist einmal erschöpft von der Arbeit – aber es darf kein Dauerzustand sein.Menschen, die Burn-out gefährdet sind, sind oft hochengagiert und -motiviert. Der Prozess geht schleichend voran, die Betroffenen nehmen ihn nicht wahr oder nicht ernst genug. Und das Umfeld kann die Anzeichen häufig nicht richtig deuten: „Jetzt stell dich doch nicht so an, da muss man sich halt mal am Riemen reißen, früher warst du aber nicht so eine Spaßbremse…“
Erhöhte Aufmerksamkeit ist geboten, wenn man dauerhaft Zeichen von Lustlosigkeit, Reizbarkeit und Anspannung an sich feststellt. Ängste und das Gefühl der Überforderung, Rückzug von Freunden und Familie sind ernstzunehmende Anzeichen, die zunehmend den Körper und die Seele belasten. Damit wird mehr Energie verbraucht als aufgetankt werden kann. Der Körper reagiert mit Schweißausbrüchen, Panik und Depressionen und wird zunehmend kraftloser.
Zum breiten Spektrum der Burn-out-Symptome zählen neben Erschöpfung, Depression und Ängsten auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Herz-/ Kreislaufschwierigkeiten, chronische Schmerzen mit verminderter Schmerzschwelle, sexuelle Probleme, Tinnitus, Hörsturz, Magen-Darm-Beschwerden sowie ein insgesamt geschwächtes Immunsystem. Im Extremfall und unbehandelt verstärkt sich die Traurigkeit und es kommt zu einem vermindertem Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten nimmt immer stärker ab, dafür nehmen die Depressionen zu.
Weg zurück ist möglich
Meist schaffen es die Betroffenen nicht aus eigener Kraft aus dem „Tief“ herauszukommen. So ist bei manifesten Symptomen möglicherweise sogar ein Klinikaufenthalt anraten. Ohne Behandlung ist ein Suizid ist für manche der einzige Ausweg, den es zu geben scheint.
Je früher Betroffene sich eingestehen und wahrnimmt, dass etwas nicht stimmt und dass er sich zurückzieht, desto schneller kann geholfen werden. Hypno- & Verhaltenstherapie, das Inner Family System oder MBSR etwa können helfen, ins Leben zurück zu finden. Bewusste, ausgewogene Ernährung sowie Ruhephasen gehören dazu – sich Zeit für sich und den Partner nehmen, persönliche Bedürfnisse wichtig nehmen, Hobbies und lieb gewonnene Freizeitaktivitäten wieder aufnehmen.
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