Chinesische Medizin: Diagnostische Methoden

Wenn ein neuer Patient meine Naturheilpraxis betritt, muss er – anders als bei Vertretern der westlichen Schulmedizin – Zeit mitbringen. Und damit ist nicht die Zeit im Wartezimmer gemeint, sondern die Zeit für die Erstanamnese. Also für eine Art Rundum-Erkundung des Patienten.

Außer einer ausführlichen Befragung, die sich natürlich um das aktuelle Befinden als auch um Vorerkrankungen, Allergien, Schlaf- und Essverhalten sowie vieles mehr dreht, sind zwei wesentliche Methoden die Zungen- und die Pulsdiagnose: Die Zunge als ein Organ mit vielen Aufgaben hilft uns in erster Linie beim Sprechen und Schmecken. Sie unterscheidet zwischen: süß, salzig, sauer, scharf und bitter sowie zwischen heiß und kalt; und ist mit dem Gehirn und den inneren Organen verbunden. Nach Auffassung der chinesischen Medizin sind die Organe auf der Zunge abgebildet und Disharmonien für den geschulten TCM-Therapeuten schnell sichtbar.

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Ohne Bereitschaft zur Veränderung geht es nicht

Die Praxis der Achtsamkeit ist in den vergangenen Jahren zunehmend bekannt und populär geworden. Ihre Wirksamkeit gilt als gut erforscht und wird auch von der Schulmedizin anerkannt. Achtsamkeit ist mit dem englischsprachigen Begriff MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) verknüpft – also “Stressbewältigung durch Achtsamkeit”.

Mittlerweile gibt es wohl kein bekanntes deutsches Medium mehr, das nicht Artikel zur Achtsamkeitspraxis publiziert hat. Dabei wird allerdings nicht selten der Eindruck erweckt, Achtsamkeit wäre eine Art Rundumlösung, mit dem man Beruf, Familie, Erfolg, Glück, Geld etc. unter einen Hut bringen kann. Wie bei allem Wichtigen, geht es aber nicht ohne etwas Initiative und Investition – und die Bereitschaft, etwas an seinen bisherigen Verhaltens- und Vorgehensweisen zu ändern. Oder gar die persönlichen Prioritäten zu überdenken.

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Qi – die gar nicht so geheimnisvolle Lebenskraft

Chi Schriftzeichen

Die geheimnisvolle Lebenskraft Qi (auch Chi geschrieben) ist eigentlich gar nicht so fernöstlich-geheimnisvoll. Man kann sie sehr wohl mit westlichen Maßstäben begreifen. Dabei hilft ein Blick auf das chinesische Schriftzeichen „Qi“.

Das chinesische Symbol für Qi beschreibt die direkte Verbindung zur (wie auch immer) göttlichen Lebenskraft, zur kosmischen Energie – und die besteht wenigstens aus den Sonnenstrahlen, die unsere Erde erreichen. Diese wiederum ermöglichen, dass Leben auf der Erde und durch die Erde existiert. Wärme, Luft zum Atmen, Nahrung durch Pflanzen. Energie, durch die wir leben. So weit, so nüchtern, so durchaus im Einklang mit westlicher Wissenschaft.

Die ersten Striche des Schriftzeichens symbolisieren diese Kraft, die wir in unser inneres Selbst ziehen (etwa durch Einatmen oder Einverleiben, also Essen). Die drei darauffolgenden drei horizontalen Striche repräsentieren das Öffnen zum Himmel über uns, die Welt um uns herum und die Erde unter uns, wo wir versorgt werden und wachsen. Der anschliessende nebenstehende wischende Aufwärtsstrich verbindet diese drei Dimensionen der Lebenskraft und symbolisiert unser Zentrum (deutsch Bauch, chinesisch Dan’tien, japanisch Hara), von der aus wir in alle acht Himmelsrichtungen ausschreiten, um das Qi in unserer Mitte zu sammeln.

Diese Lebenskraft oder -energie erfährt man, wenn Geist/Seele und Körper in Harmonie und Einklang sind. Also, mit einem modernen Begriff, synchronisiert sind.

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The Art of the Heart – oder: Akupunktur, um den Shen zu beruhigen

Die Chinesische Medizin betrachtet den Mensch als eine Einheit von Geist und Körper. Dabei spielt der so genannte Shen mit seinem Sitz im Herzen eine große Rolle.

Mit Shen wird eine Instanz beschrieben, mit der im Wesentlichen die Gesamtheit der psychischen Funktionen, wie wir sie im westlichen Verständnis in der Psychiatrie und Psychotherapie klassifizieren, in Einklang zu bringen ist. Shen umreißt, was unsere individuelle, psychisch-mentale und körperliche Präsenz ausmacht: ein wacher Geist, der Glanz in den Augen, eine aufrechte Haltung, sowie deutliche und kräftige Stimme. Der Shen umfasst unser Bewusstsein, sowohl am Tag als auch während der Nacht.

Der Shen entwickelt sich durch das Genmaterial und die vorgeburtlichen Ereignisse (in der Chinesischen Medizin gelten diese als „Jing“), und der nachgeburtlichen Essenz – also allem, was wir zu uns nehmen; angefangen vom Atmen über die Ernährung bis hin zu dem alltäglichem Stress. Durch vorgeburtliche Traumata, Erbkrankheiten, Drogen- oder Alkoholmissbrauch wird bereits das Jing des Embryos belastet und beschädigt.

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Darmhypnose bei Reizdarmbehandlung

Die bekannten und beliebten Ernährungs-Docs helfen seit rund zehn Jahren im Fernsehen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) Menschen bei allen möglichen (und auch schweren) Leiden dabei, diesen mit einer medizinisch relevanten, gleichwohl leckeren Mahlzeit zu Leibe zu rücken. Dabei gehen die E-Docs, wie sie kurz genannt werden, keineswegs dogmatisch oder auf eine bestimmte Ernährungsweise oder -Lehre verengt vor: Es zählt, was hilft und nicht eine ernährungsphysiologische Dogmatik.

Seit geraumer Zeit gibt es auch einen sehr erfolgreichen Podcast der Ernährungsdocs, bei dem jeweils aktuelle Patientengeschichten als Beispiele für ernährungsmedizinische Diäten, aber auch für einen allgemein gesunden Ernährungsstil vorgestellt werden. Es geht also nie nur um die jeweilige Symptomatik, sondern auch darum, was sich allgemein zum Essen daraus ableiten läßt. Und, wie gesagt, es gibt immer ein leckeres Beispielrezept!

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Hypnoakupunktur – Ost trifft West

Nur wenn Geist und Körper gesund sind, fühlen wir uns wohl in unserer Haut und können mit unserer Umwelt in einen positiven Kontakt treten.

Wie man dem Begriff „Hypnoakupunktur“ erkennen kann, handelt es sich um eine Zusammenführung zweier völlig unterschiedlicher Systeme – die sich aber gegenseitig äußerst positiv beeinflussen: Die Therapien werden dadurch noch effektiver.

Die Akupunktur setzt als Körpertechnik an den Nervenbahnen an und führt – aus schulmedizinischer Sicht – zu einer elektrischen Entladung, die im Zentralnervensystem weiter verarbeitet wird. Dadurch verändern sich die Neurotransmitter, wodurch es zu einer körperlichen Reaktion kommt, also Heilung.

In der Hypnose wiederum wird mit dem Unterbewusstsein gearbeitet: Der Behandler will Traumata oder Blockaden aufdecken und verarbeiten und in positive Impulse verwandeln.

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