
Beim Qigong kann man auch von einer inneren und einer äußeren Übungsrichtung jeder Bewegung sprechen: Letztere richtet sich an die Neulinge der Kunst, ihr Schwerpunkt liegt auf Körperbeherrschung, Beweglichkeit und Stärkung von Muskeln, Knochen und Bindegewebe, besonders aber auf Bauchatmung und -muskulatur. Fortgeschrittene üben mehr die innere Praxis, bei der Vorstellungskraft und Geist die Bewegungen lenken und die Muskel- durch die innere Kraft ersetzt wird.
Das innere Qigong stellt einen Oberbegriff für alle statischen, meditativen, bewegungsarmen Übungen dar, vor allem Atem- und Entspannungstechniken. Sie sollen das Qi regenerieren oder gar vermehren. Landläufig spricht man von Meditation im Stehen, Sitzen oder Liegen [siehe MBSR-Übungen im Sitzen oder Liegen].
Das äußere Qigong besteht demzufolgende mehr aus Bewegungsübungen und entspricht dem Bild, das man meist von Qigong und Tai Chi (Chi = Qi = jap. Ki) hat. Bewegung und Atmung dienen der Kontrolle des Qi-Flusses. Generell sind diese bei Einsteigern beliebter, weil man schneller Verbesserungen wahrnehmen kann.
Innerhalb des äußeren Qigong gibt es Ansätze, die mehr der Kräftigung der Muskulatur dienen und solche, bei denen die Bewegungen weich und locker ohne Anspannung verlaufen, um die innere Energie fließen zu lassen (z.B. „Spiel der 5 Tiere“).
Qigong kann in (Kampf-)Sportarten hilfreich sein, ist aber selbst kein Sport. Werden die Übungen der Form nach körperlich korrekt, aber ohne Vorstellung des Lenkens des Qi durch den Geist vollzogen, ist es nichts weitere als eine weitere Gymnastikform.
Erst durch die Konzentration, den gesammelten Geist, das In- und um-sich-Fühlen und die vollkommene Koordination von Körper und Geist wird es Qigong. Nur dann kann man Resultate erzielen, die heutzutage mit dem „Longevity“-Begriff belegen kann: geistig und körperlich fit bis ins hohe Alter.
Ende der Serie.
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